Referenz

Nykøbing Mors Fernwärme A.m.b.a.

Errichtung eines neuen 9 MW-Strohheizkraftwerks mit Stroh aus lokaler Landwirtschaft.

Das Fernwärmewerk Nykøbing Mors hat sich für die Errichtung eines neuen Strohheizkessels entschieden – als Teil des Übergangs zu einer nachhaltigeren und zukunftssicheren Wärmeversorgung.

Das Werk verwendet Stroh aus der lokalen Landwirtschaft. Damit unterstützt es nicht nur die grüne Transformation, sondern stärkt zugleich die regionale Wirtschaft, indem Landwirte einen stabilen Absatzmarkt für ihre Produkte erhalten.

Ökonomisch gesehen senkt die neue Anlage die Heizkosten und macht die Fernwärme für Verbraucher noch attraktiver. Das Projekt genießt breite Unterstützung in der Bevölkerung, die es als wichtigen Schritt in eine nachhaltige Zukunft betrachtet.

Den Zuschlag erhielt Linka Energy A/S nach Ausschreibung durch Rambøll in Aalborg. Linka begann sofort mit Planung und Auslegung in enger Zusammenarbeit mit dem Fernwärmewerk Nykøbing Mors. Im Fokus standen nachhaltige Energieausnutzung, effiziente Verbrennung, hohe Leistung bei niedrigen Emissionen sowie Betriebssicherheit und Versorgungssicherheit – auf Basis lokaler Ressourcen wie Stroh.

Die Anlage.

Der schlüsselfertige Vertrag umfasst im Wesentlichen den Bau eines neuen Kesselhauses, einer kompletten Strohkesselanlage und sämtlicher Elektroinstallationen.

Kedelcentralen

Zum Kesselhaus gehören ein Schaltraum, Personal- und Fahrertoiletten sowie ein Leitstand mit Teeküche, Werkstatt und weiteren Sozialräumen. Die Strohlagerhalle ist mit Strohkran, Kranbahnen und Kranträgern ausgestattet. Außerdem beinhaltet das Projekt Tiefbau- und Geländearbeiten: Straßenbau, Umlegung eines Bachs, Schotterbefestigungen, Pflasterungen im Bereich der Aschelagerung, Begrünungen sowie das Fundament für den Schornstein.

Strohkesselanlage.

Die Lieferung umfasst die Strohaufbereitung, Zerkleinerer, Strohkessel, Verbrennungsluftsystem, Ascheaustrag, Rauchgasführung, Schornstein, Nebenaggregate, Isolierungen, Podeste und Stützen. Der Wasserkreislauf besteht aus drei Speisepumpen, Fernwärmeleitungen, Kesselarmaturen, Umwälzpumpe, Ventilen, Messinstrumenten, Notheizung und Isolierungen.

Das Kesselsystem (9,0 MW, 5-Zug, Linka® GVB) ist speziell für Biomasse konzipiert und erreicht hohe Effizienz. Der Kessel hält die Abgastemperatur bei Volllast auf 125 °C. Die patentierte Linka®-Verbrennungstechnologie gewährleistet vollständige Ausbrand der Rauchgase und reduziert dadurch CO-Emissionen bei maximaler Brennstoffausnutzung. Der Kessel ist für Zusatzfeuerung mit Holzpellets vorbereitet. Silo- und Fördereinrichtungen sind bereits eingeplant, sodass bis zu 30 % der Last ausschließlich mit Pellets gefahren werden können.

Spezifikationen

Kunde: Fernwärmewerk Nykøbing Mors
Ort: Nykøbing Mors, Dänemark
Brennstofftyp: Stroh
Kesselgröße: 9 MW
Anlagentyp: Linka® GVB-Kessel
Energietyp: Kommunale Heizung - Fernwärme
Jahr: 2024

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Kontakt Claus

Der Prozess beginnt mit der Anlieferung des Strohs in der Lagerhalle. Nach Verwiegung und Feuchtemessung auf einer LKW-Waage wird das Stroh eingelagert. Bei Wärmebedarf aktiviert der Strohkran den Beschickungsprozess. Jeder Strohballen wird durch einen Metalldetektor kontrolliert. Bei Metallfund wird der Ballen ausgeschleust, andernfalls gelangt er über den Strohtisch durch eine hydraulische Sicherheitsschleuse in den Linka®-Strohförderer mit Zerkleinerer (Typ Linka® TWIN, Modell 123). Der 15 m lange TWIN-Strohtisch erlaubt die parallele Aufgabe von zwei Ballen.

Die Anlage ist durch mehrere Brandschutzmaßnahmen gesichert: Entleerung des Feuerungsabschnitts nach Erreichen des Sauerstoffwertes sowie doppelte Brandsicherung zwischen Feuerung und Zerkleinerer.

Die Rauchgase passieren einen Multizyklon und einen Taschenfilter, wodurch Staubemissionen erheblich reduziert werden, bevor sie über den Schornstein austreten. Emissionsmessgeräte überwachen kontinuierlich CO, NOx, O₂ und Staub.

Zur Einhaltung des NOx-Grenzwerts von 300 mg/Nm³ bei 6 % O₂ ist ein SNCR-System vorgesehen. Aufgrund der hohen Verbrennungstemperatur bildet sich thermisches NOx, dessen Anteil je nach Stickstoffgehalt schwankt. Als Reduktionsmittel wird AdBlue/Harnstoff eingesetzt.

Elektrische Anlagen.

Das elektrische Gesamtsystem umfasst SCADA/Leittechnik, Elektroinstallationen, Haupt- und Unterverteilungen, Gebäudeinstallationen sowie die Anbindung an die bestehende Solarthermieanlage.

Der Betrieb wird über eine SPS-Steuerung (PLC), die Anlage überwacht und Störmeldungen via Internet und SMS versendet. Außerdem ist Fernüberwachung per Smartphone, Tablet oder PC möglich. Ein Berichtsmodul erstellt automatisch Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresberichte.

Strohverbrauch

269 kg/h

bei 14 % Feuchtigkeit.

Wirkungsgrad

92,3 %

bei 100% Last.